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REISEBERICHT: Hochzeit von Gogi & Bernard vom Mi, 02.06. bis Mo, 07.06.2010 Zurück von unserer Kroatien-Reise möchten wir Euch mit einer kleinen Zusammenfassung unseres angekündigten Ausflugs zur Hochzeit von Gogi und Bernhard auf der Insel Krk beglücken. Es ist gar nicht so einfach das Erlebte in Worte zu fassen. Wenn die richtige Band, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, auf das richtige Brautpaar mit richtig coolen Gästen, trifft, dann können in solchen Situationen unvergessliche Momente entstehen, welche die Beteiligten das ganze Leben lang nachhaltig prägen. Und genau dieses Glück, ist uns widerfahren. Aber erst Mal zum Beginn der Geschichte. Vor etwa einem Jahr rief uns ein hochmotivierter Bräutigam an, welcher uns durch sein rhetorisches Geschick überzeugen konnte, uns auf eine fünftägige Reise nach Kroatien zu begeben. Bernhard ist sein Name. Die große Liebe zu seiner Verlobten Gogi motivierte ihn eine Hochzeitsfeier zu organisieren, bei welcher das Beste gerade gut war. So auch in unserem Falle. Wir waren offensichtlich das Beste, aber eben nicht gut genug. Also schickte uns Bernhard nachdem wir unsere Zusage gegeben hatten, ein Paket mit fünf CDs mit einer Auswahl von Liedern, welche wir zu lernen hatten. U.a. mit dabei der Eröffnungswalzer „Second Waltz“. Ein anspruchsvolles klassisches Stück des bekannten russischen Komponisten Dmitri Shostakovich. Diese hohen Anforderungen zwangen uns sogar einen kleinen Projektplan zu erstellen. In dem Projektplan waren Arbeitspakete wie z.B. Erstellung eines Notenbuchs, Verzollung der Instrumente, Erstellung eines Probenplans, Logistik und, und, und... Nicht nur einmal fragten wir uns, wieso wir uns dies eigentlich antun. So vergingen die Wochen und Monate in welchen wir viel Schweiß vergossen. Noch nie waren wir so gut auf eine Hochzeitsfeier vorbereitet. Aber das Schweißvergießen sollte sich lohnen. Am Mi, 02.06. ging es dann abends endlich los. Christian und Zvone holten den Transporter in Weingarten ab und holten den Rest der Band um dann gemeinsam zu unserem Proberaum nach Lindau zu fahren. Dort angekommen erwartete uns eine Großveranstaltung in Verbindung mit stürmischen Regen, welche uns zuerst den Zugang zum Proberaum verwehrte. Glücklicherweise konnten uns die Veranstalter schnell helfen. Wir luden unser Equipment verkehrssicherheitsgerecht ein, damit auch ja nichts passieren kann. Nach einer Stunde, bzw. gegen 22.00 Uhr war dann alles eingeladen. So gönnten wir uns dann noch vor der Abreise jeweils eine heiße Seele „Speziale“ bei unserem Lieblings-Griechen, welcher neben unserem Proberaum eine Billard-Bar betreibt. Und dann ging es los. Wir fuhren bei sehr starkem Regen los, welcher uns bis nach Slowenien begleiten sollte. Auf der Höhe von Rosenheim stoppte uns dann eine Polizeistrafe. Der äußerst emotionale Polizist erklärte uns die möglichen rechtlichen als auch gesundheitlichen Folgen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von über 40km/h, welche beim Überholen trotz Überholverbot seinerseits beobachtet wurden. Umgehend verlangte er unsere Reisepässe. Dann sah er mit wem er es zu tun hatte und ließ uns ohne Strafe gehen. Wahrscheinlich haben wir dies Ivica Olic zu verdanken. Der Polizist wußte als Bayern-Fan, dass die Kroaten einfach schneller sind als die Polizei erlaubt. Der Rest der Reise verlief weniger aufregend. Sogar die Verzollung der Instrumente an slowenischer und kroatischer Grenze verlief reibungslos. Mittwoch gegen 07.00 Uhr in der Früh sind wir dann im malerischen Küstenstädtchen Malinska angekommen. Das Hotel Malin, ein Vier-Sterne-Hotel, hatte uns bereits erwartet. Als fleißige Schwaben gingen wir nicht Schlafen, sondern haben die Instrumente ausgeladen und im Kongresszentrum des Hotels aufgebaut. Wir waren erstaunt, von welch schöner Architektur wir umgeben waren. Wir bauten unsere Instrumente auf und durften auch gleich feststellen, dass der Hausmeister und wir unterschiedliche Verständnisse hinsichtlich benötigter Stromstärke hatten. Aber nachdem unter Volllast unserer Licht- und PA-Anlage die Sicherungen heraussprangen, war auch dieser davon überzeugt, dass die deutsche Gründlichkeit bei der Planung ihre Vorteile hat. Gegen Mittag war auch dies erledigt, so dass wir ein bisschen Freizeit hatten. Wir bezogen die Zimmer und gingen an den Strand. Schon um 15.00 Uhr ging es aber weiter. Robert, der Bruder der Braut hatte Geburtstag. Zehn Minuten vorher stand ein Reisebus vor dem Hotel und holte alle Hochzeitsgäste ab. Es ging nach Dramalj in der Nähe von Crikvenica. Dort haben Gogis Eltern ein größeres Haus. Da die Gäste alle aus Deutschland waren, waren wir, bzw. die Band um 15.02 Uhr natürlich die letzten welche in den Bus gestiegen sind. Die etwa halbstündige Fahrt nutze Bernhard um über das Bus-Mikro über Land und Leute, die Schönheiten, die Sprache und die Kultur Kroatiens zu referieren. Der Vortrag war sowas von beindruckend und detailliert, dass er sich glatt dafür die kroatischen Ehren-Staatsbürgerschaft verdient hätte. Dann kamen wir im Haus der Braut an und es ging los. Party, Party, Party. Trinken, Trinken, Trinken, Essen, Essen, Essen, Party, Party, Party. All dies in einer Endlos-Schleife, welche gegen 23.00 Uhr viel zu schnell zu Ende ging. Schon jetzt wussten wir, dass mit solch einem genialen Publikum, welches für alles zu haben ist, richtig geil abgefeiert werden kann. Nicht zu vergessen sind die drei Spanferkel, welcher auf typisch kroatischen Drehspießen im Steingrill zur Vernichtung vorbereitet wurden. Solch ein Gastfreundschaft erlebt man heut zu Tage leider viel zu selten. Dann ging es schließlich zurück ins Hotel. Eigentlich wollten wir schlafen gehen. Doch nichts da. Wir gingen auf die Hotel-Terrasse und machten mit unseren neuen Freunden unplugged Musik. Natürlich wurden auch hier weiter getrunken. Uns zwar so lange bis uns der Barkeeper seine Bar übergeben hatte. Gegen 04.00 Uhr morgens ging es dann wirklich ins Bett. Wir waren regelrecht klinisch tot. Am nächsten morgen meinte der Kellner, dass vier Cola und vier Bier in der Bar fehlten. In Mathe muss der arme Kauz wohl ganz schlecht gewesen sein. Wahrscheinlich meinte er vier Flaschen Whiskey und vier Kästen Bier. Aber wir wollten nicht mit ihm diskutieren, also gaben wir im Recht. Während die Hochzeitsgesellschaft schon um 10.00 Uhr vom Reisebus abgeholt wurde um zur Trauung zu gelangen, konnten wir glücklicherweise ausschlafen. Gegen Mittag waren wir wieder einigermaßen hergestellt. Doch dann dämmerte uns, dass der D-Day gekommen war. Der Tag der Abrechnung. Heute ist der Tag. Heute muss alles klappen. Den ganzen Nachmittag nutzten wir um nochmals alle neugelernten Lieder zu wiederholen. Natürlich klappte dies nicht so wie wir uns dies vorgestellt hatten, aber noch gut genug um uns gegenseitig Mut zusprechen zu können. Hierbei nutzen wir die Gelegenheit das nette Hotelpersonal kennenzulernen, welche bereits den zweiten den Hochzeitssaal mit schönsten Blumengestecken, Deko, Kerzen, Gläsern, Hochzeitstellern und Silberbesteck den Hochzeitssaal schmückten. Um 19.00 Uhr kam dann die Hochzeitsgesellschaft im Innenhof der Anlage an. Es gab einen beeindruckenden Sektempfang, welcher von hervorragenden einheimischen Musikern bei heimatlichen Klängen begleitet wurde. Auch wir mischten uns unter die Gäste, waren aber der Meinung, dass dies heute eine äußerst schwierige Angelegenheit wegen Übermüdung der Hochzeitsgäste werden könnte. Immerhin konnten die meisten Gäste nicht ausschlafen und hatten den ganzen Tag der Hochzeitstrauung in den Beinen. Doch es sollte sich glücklicherweise herausstellen, dass diese Gäste ganz besonders feierfreudige Menschen waren. Gegen 19.30 Uhr kam die Hochzeitsgesellschaft in den abgedunkelten Saal, welcher im Kerzenlicht schimmerte. Das Brautpaar wurde romantisch empfangen bei einem der schönsten Lieder von Oliver Dragojevic empfangen - „Zivote moj, dvaput san umra, umra za njom“. Dieses Chanson untermalte den romantischen Einzug des Brautpaars in den Hochzeitssaal. Die Gäste erhoben sich und standen Spalier für das schönste Paar an diesem unvergesslichen Abend. So ging es an den Tisch des Brautpaars, wo Bernhard sogleich die Chance ergriff sich bei den Gästen in perfektem Kroatisch für deren Kommen zu bedanken. Dann folgte die große Aufregung bei der Band, insbesondere bei unserem Keyboarder Kristijan. Bei solch einer Hochzeit muss alles stimmen. So auch der Eröffnungswalzer, welcher gefühlvoll, betont und vor allem fehlerfrei wiedergegeben werden muss, damit das Brautpaar diesen ersten wichtigen Tanz in vollen Zügen genießen kann. „Second Waltz“ war der Walzer der Wahl. Ein anspruchsvolles klassisches Stück des bekannten russischen Komponisten Dmitri Shostakovich, welches Kristijan in einer eigenen Interpretation wiedergab. Dieses Stück hatte Kristijan so oft in seinem Auto gehört, dass sogar seine kleinen Töchter dieses inzwischen vollständig nachsummen können. Aber wie sollte es anders sein, wenn man sich richtig vorbereitet. Es klappte alles fehlerfrei und das Brautpaar bedankte sich für diese perfekte Aufführung, welche laut Bräutigam Bernhard nicht nur perfekt, sondern gar beim Fachpublikum der Carnegie-Hall in New York für Applaus gesorgt hätte. Dies gab uns den Rückenwind um uns auf unsere Kernkompetenzen zu konzentrieren. Party, Party, Party mit richtig geiler Live-Musik im TITAN-Stil. Kaum war der Walzer vorbei schallte es schon „Večeras je naša fešta“. Eine halbe Stunde später wurde mit dem fünfgängigen Menu gestartet. Was sich dann alles ereignete soll ein Geheimnis bleiben. Aber eines der großen Highlights muss auf jeden Fall erwähnt werden. Eine der Gäste aus Deutschland war Anja und ihr Mann, welcher Schlagzeuger ist. Es ist ja oft so, dass man auf Hochzeitsfeiern auf „Möchtegern-Musiker“ trifft, welche ein, zwei Lieder mit uns mitklimpern wollen. Meist haben wir kein Problem damit, aber nach spätestens zwei Liedern ist dann Schluss, weil es dann nichts mehr zum Lachen gibt. Anders bei Anja und ihrem holden Gatten. Bernhard bat uns im Vorfeld (siehe oben) eindringlich „Simply the Best“ und „Proud Mary“ von Tina Turner zu lernen. Dann kam der Moment, welcher zeigen sollte, dass sich das Lernen der Lieder gelohnt hat. Anja kam auf die Bühne. Ihr Mann setzte sich ans Schlagzeug. Wir begannen zu spielen. Anja begann zu singen. Wir trauten unseren Ohren nicht. Wir hatten noch nie die Ehre mit solch einer ausgereiften Stimmgewalt die Bühne zu teilen. Es war so als würde die Gesangslehrerin von Tina Turner mit uns singen. Es erhoben sich nun auch die allerletzten Gäste und kamen nach vorne um dieses Stimmwunder in vollen Zügen zu genießen. Auch Anjas Mann spielte so perfekt Schlagzeug als würden wir schon seit Jahren zusammenspielen. Aus ein paar Zugaben wurde dann schlussendlich ein fast einstündiges Konzert, welches wir nie vergessen werden. So wurde es sehr spät. Uns es wurde auch wieder früh. Sehr früh. Gegen 06.00 Uhr spielten wir dann unser letztes Lied „Laku noc svirači“ Übersetzt „Gute Nacht, ihr Musiker“. Richtiger wäre gewesen „Guten Morgen, ihr Musiker“. Eine geile Party endet aber nicht um 06.00 Uhr. Sie endet gar nicht. Also gingen wir erstmal frühstücken. Nach zwei Tellern deftigen Gulasch ging es an den Strand, aber nicht zum Chillen. Bräutigam Bernhard hatte sich ein kleines Schifflein gechartet und so ging es noch für etwa zwei weitere Stunden aufs offene Meer. Wir genossen die Morgensonne und trafen auf einsame Strände. Gegen 09.00 Uhr war wieder zurück. Aber auch dann war ging es noch immer nicht zum Schlafen. Bernhard hatte schon einen Brunch am Strandcafé organisiert. Irgendwann gegen Mittags war dann wirklich Schluß. Wir waren wieder tot. Das Lieblingslied von Bernhard passte wie die Faust aufs Auge. „Zivote moj, dvaput san umra“. Ja, auch wir sind zwei Mal gestorben. Zwei Tage hintereinander bis zum Abwinken Party machen. Wir schliefen dann am Strand und genossen es in vollen Zügen ein Teil dieser Hochzeitsfeier gewesen zu sein. Abends verabschiedeten wir uns von Bernhard und Gogi, welcher uns nicht mit einem feuchten Händedruck, sondern mit einem Rekord-Trinkgeld herzlich verabschiedeten. Um den Abschluss dieser Reise perfekt zu gestalten haben wir dann mit unserem Kumpel Goran und seinem Cousin das Städtchen Rijeka unsicher gemacht. Zuerst ging es in eine „Konoba“, bzw ein ganz besonderes Fischrestaurant, welches meist nur von Einheimischen besucht wird. Der Besitzer ist Fischer. Es gibt keine feste Karte. Auf den Tisch kommt, was an dem Tag gefangen wurden. Mit einer kalten Meeresfrüchte-Platte und Weißwein starteten wir den Abend. Es folgten Miesmuscheln, Calamaris, Scampi, verschiedene Fische Danach folgte noch ein ausgedehnter Besuch im neuen Club „Terminal“, welcher direkt am Hafen von Rijeka liegt und bekannt für feinste House-Music ist. Schon wieder war es 06.00 Uhr morgens. Vielleicht habt ihr der Aufzählung entnommen, dass dies Instrumente noch nicht abgebaut wurden. Wir mussten am Sonntag bis 12.00 Uhr aus unseren Hotelzimmern sein. Also war auch diesmal nichts mit ausschlafen. Gegen 10.30 Uhr waren die ersten von uns aufgestanden, duschten, räumten die Zimmer und dann ging es in den Hochzeitssaal. Wir bauten unsere Instrumente ab und luden diese in unseren Transporter. Nachdem Mittagessen ging es dann noch zu einer letzten Baderunden im kristallklaren Meer. Die Abfahrt gegen 19.00 Uhr gestaltete sich leider etwas schwierig, da es mehrere Kilometer vor der Brücke, welche die Insel Krk mit dem Festland verbindet, staute. Erst gegen 21.00 Uhr waren wir auf dem Festland und konnten die Rückreise nach Deutschland antreten. Montagfrüh gegen 05.30 Uhr sind wir dann schlussendlich in Lindau gesund und erschöpft angekommen. Wer nun meint die Geschichte sei zu Ende, der irrt. Als Hardcore-Schwaben sind wir natürlich nicht nach Hause zum Schlafen, sondern nach Hause zum Duschen, um pünktlich um 08.00 Uhr bei der Arbeit zu sein. Liebe Gogi, lieber Bernhard, wir möchten einfach „DANKE“ sagen! Juni 2010
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